VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    Direkte Mitsprache ist gut

    In Grimmen werden die Einwohner in einem Bürgerbegehren über den Verkauf der GWG abstimmen. VNW-Direktor begrüßt die Entscheidung der Stadtvertreter.

    In Grimmen werden die Bürgerinnern und Bürger über den Verkauf der städtischen Wohnungsgesellschaft GWG entscheiden. Die Stadtvertreter erklärten am Donnerstagabend ein entsprechendes Bürgerbegehren für zulässig.

    Dazu erklärt Andreas Breitner, Direktor des Verbandes norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW):

    „Ich freue mich, dass die Bürgerinnen und Bürger von Grimmen am 2. 12. selbst darüber entscheiden können, ob ihre Wohnungsgesellschaft privatisiert wird oder nicht. Bei einem Unternehmen, das so wichtig für den Zusammenhalt der Menschen und die Entwicklung ihrer Stadt ist, ist die direkte Mitsprache der Einwohnerinnen und Einwohner gut und richtig. Immerhin lebt fast jeder dritte Grimmener in einer Wohnung der GWG.

    Die Teilnahme so vieler Menschen an der Unterschriftensammlung für ein Bürgerentscheid macht der Heimlichtuerei einen dicken Strich durch die Rechnung. Ich hoffe, dass die Bürgerinnen und Bürger von Grimmen eine weise Entscheidung treffen, die ihnen auch in den kommenden Jahrzehnten soziale Sicherheit und eine bezahlbare Wohnung garantiert.

    Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich den Verkauf der GWG ablehne. Es gibt bundesweit viele Beispiele, bei denen die betroffene Kommune durch die Privatisierung ihrer Wohnungen den direkten Einfluss auf städtebauliche Entwicklungen verlor. Die Verantwortlichen in den Kommunen beklagen inzwischen fast alle, dass sie gerade in Zeiten wie diesen, in denen bezahlbare Wohnungen knapp sind, den Verkauf bereuten.

    Es bleibt dabei, dass der VNW, seine Mitgliedsunternehmen und weitere Partner der Stadt die Hand reichen, um gemeinsam mit ihr ein tragfähiges Zukunftskonzept zu entwickeln. Wir wissen um die wirtschaftliche Lage der GWG. Wir sind trotzdem sicher, dass eine nachhaltige Gesundung der Gesellschaft auch dann möglich ist, wenn sie nicht privatisiert wird.

    Wenn die Stadt will, werden wir bis zum Frühjahr kommenden Jahres liefern und eine Grundlage für die Zukunft der GWG schaffen. Aus meiner Sicht gibt es vier Alternativen einer möglichen Rettung: erstens die Sanierung der GWG, zweitens eine Umwandlung in eine Genossenschaft, drittens die Fusion mit einer anderen Genossenschaft und viertens die Geschäftsbesorgung durch ein anderes Wohnungsunternehmen. Ich meine, die Stadt sollte alle Möglichkeiten ausloten, die einen Verkauf verhindern. Denn: was einmal weg ist, ist für immer weg.“

    Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V. vertritt in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg insgesamt 341 Wohnungsgenossenschaften und -gesellschaften. In ihren 732.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Im Jahr 2017 investierten die VNW-Unternehmen in den drei Bundesländern insgesamt 1,662 Milliarden Euro in die Sanierung, die Modernisierung und den Neubau bezahlbarer Wohnungen.

    Foto: Fotolia/kebox