VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    Die Alternative zum eigenen Haus

    Die Baugenossenschaft Mittelholstein eG errichtet in Kronshagen 38 altersgerechte Wohnungen, die zu bezahlbaren Preisen vermietet werden.

    Kronshagen – Einen besseren Tag für ein Richtfest hätten sich die Verantwortlichen der Baugenossenschaft Mittelholstein (bmg) nicht aussuchen können. Die Sonne strahlte vom wolkenlosen Himmel und die Temperaturen erreichten hochsommerliche Werte. „Wir haben glücklicherweise den Glühwein noch abbestellen können“, scherzte bmg-Vorstand Stefan Binder bei seiner Rede – und hatte die Lacher auf seiner Seite.

    Die große Zustimmung bei Politik, Verwaltung und Einwohnerschaft von Kronshagen hat die bmg auf jeden Fall. 38 Wohnungen werden in der Kopperpahler Allee 40 zum Ende dieses Jahres bezugsfertig sein. Und wer die Projektbroschüre durchblättert, gerät rasch ins Träumen: moderne Architektur, viele und große Balkons sowie ein Innenhof, der zum Draußensein und Miteinanderreden einlädt.

    Vier Gebäude mit unterschiedlichen Wohnungstypen

    Vier Gebäude mit sechs verschiedenen Wohnungstypen sind derzeit im Entstehen: Zwei-Zimmerwohnungen, die zwischen 50 und 77 Quadratmeter groß sind, und Drei-Zimmer-Wohnungen mit einer Wohnfläche von 77 oder 81 Quadratmetern. Die Grundrisse offenbaren vor allem eines: die Architekten haben lange nachgedacht und Angebote für jeden Geschmack entwickelt.

    Besonders charmant sind die teilweise brückenähnlichen Laufgänge, die alle vier Gebäude miteinander verbinden, und der geschützte Innenhof. Ziel sei es, ein Quartier zu schaffen, in dem ältere Menschen möglichst lange selbstbestimmt in ihrer eigenen Wohnung leben und zugleich Gemeinschaft erleben könnten, sagte Stefan Binder. Dass alle Wohnungen barrierefrei sind, versteht sich von selbst.

    Die Genossenschaft investierte sieben Millionen Euro

    Sieben Millionen Euro investiert die bmg in das Quartier, auf dem früher Häuser standen, deren Sanierung und Unterhalt unwirtschaftlich geworden wäre. Alle Bewohner der ehemaligen Wohnungen seien jetzt in einer Genossenschaftswohnung untergebracht worden, berichtete der bgm-Vorstand.

    Binders Dank galt der Gemeinde Kronshagen und ihren Politikern, auch wenn diese der ersten Planung nicht zustimmten. Allerdings sei die Zusammenarbeit „zielorientiert“ und von „Vertrauen sowie Kompromissbereitschaft“ geprägt gewesen. Insofern habe auch das Nein zu dem ursprünglichen Vorschlag dazu geführt, dass das Wohnprojekt jetzt so nachhaltig sei.

    Die Nettokaltmieten starten bei 5,65 Euro pro Quadratmeter

    Die Nettokaltmieten der Wohnungen – zwölf wurden öffentlich gefördert – liegen zwischen 5,65 Euro und 9,50 Euro pro Quadratmeter. Das sei in Kronshagen, das nur ein paar Autominuten vom Kieler Stadtzentrum und von der Ostsee entfernt liegt, ausgesprochen günstig, sagte Binder.

    Zugleich verwies der Vorstand darauf, dass die sehr günstigen Mieten nur auf Grund der Förderung durch das Land möglich seien. „Die Fördergelder sind unverzichtbar für die Errichtung bezahlbaren Wohnraums.“

    Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), verwies in seinem Grußwort auf die sozialpolitische Bedeutung der Genossenschaften. „Hier werden Wohnungen nicht nur verwaltet, sondern hier werden Quartiere gestaltet.“ Die im VNW organisierten Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften hätten im vergangenen Jahr in Schleswig-Holstein fast 400 Millionen Euro in die Erneuerung, in die Sanierung und in den Neubau investiert.

    Die sieben Millionen Euro der bgm gehörten dazu und die Genossenschaft sei ein „Glücksfall für die Menschen“, sagte Breitner weiter. Schließlich sei die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Zudem mahnte der VNW-Direktor bessere Bedingungen für den Bau von bezahlbarem Wohnraum an. Mit Blick auf bürokratische und politische Hürden sagte er: „Wenn man uns bauen lässt, dann bauen wir.“

    Auch Dr. Maik Krüger vom Innenministerium in Kiel hob die große sozialpolitische Bedeutung der Genossenschaften hervor. „Genossenschaftlicher Neubau ist mehr als ein Dach über dem Kopf – hier wird Gemeinschaft gelebt.“ Mit der Errichtung und der Verwaltung dieser 38 Wohnungen in Kronshagen übernehme die bgm gesellschaftliche Verantwortung. Zudem zeige das Quartier, dass es möglich sei, bezahlbaren Wohnraum in hoher Qualität zu bauen.

    Kronshagens Bürgermeister Ingo Sander bewertete in seinem Grußwort die Zusammenarbeit der Umlandgemeinden von Kiel mit der Landeshauptstadt als sehr gut. Das sei auch notwendig angesichts der prognostizierten Zunahmen der Einwohnerzahlen. Zugleich mahnte er, nicht jene Regionen aus den Augen zu verlieren, die mit dem Problem der Abwanderung zu kämpfen hätten. Er freue sich besonders, dass mit den 38 Wohnungen ein Angebot „für jeden Geldbeutel“ geschaffen werden.

    Dazu gehören auch jene Senioren, die noch in ihrem eigenen Haus leben, aber lieber in eine Mietwohnung wechseln würden. Die Wohnungen in der Kopperpahler Allee seien „eine echte Alternative zum eigenen Haus“, sagte denn auch bgm-Vorstand Stefan Binder.

    Auf dem Foto v.l.: VNW-Direktor Andreas Breitner, Dr. Maik Krüger vom Kieler Innenministerium, bgm-Vorstand Stefan Binder und Ingo Sander, Bürgermeister von Kronshagen.

    Foto: VNW