VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

    Meldungen

    Deutlich besser als der Durchschnitt

    VNW-Direktor Andreas Breitner zur Entwicklung des Bestands an Sozialwohnungen in Schleswig-Holstein im vergangenen Jahr.

    160/2019

    Der Bestand an Sozialwohnungen schrumpft einer Meldung der dpa in Schleswig-Holstein weiter. Demnach gab es zum Jahresende 2018 im nördlichsten Bundesland noch 47.196 Sozialwohnungen. Das waren 1313 weniger als ein Jahr zuvor.

    Dazu erklärt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW)

    „In Schleswig-Holstein ist die Lage deutlich besser als im bundesweiten Durchschnitt. Die VNW-Wohnungsunternehmen bauen inzwischen wieder mehr öffentlich geförderte Wohnungen und schaffen es so, ihren Bestand von rund 30.000 Sozialwohnungen weitgehend stabil zu halten. In einigen Regionen - wie beispielsweise in Flensburg - gibt es inzwischen sogar mehr Sozialwohnungen. Zwischen 2011 und 2018 wurden in Schleswig-Holstein mehr als 7400 Wohnungen mit Förderzusage errichtet.

    Die meisten der Sozialwohnungen im Land – das sind rund 63 Prozent – wurden durch VNW-Mitgliedsunternehmen errichtet. So wichtig es ist, die Zahl der Sozialwohnungen stabil zu halten, so bedeutet das Auslaufen einer Sozialbindung nicht, dass die Miete der betroffenen Wohnung von einem Tag auf den anderen sprunghaft steigt. Die Wohnung ist ja nicht plötzlich weg. Die Mieter müssen nicht ausziehen und die Miete wird nicht erhöht. Stattdessen bleibt diese dauerhaft bezahlbar.

    Für ein VNW-Unternehmen ist eine Wohnung kein Spekulationsobjekt, das nach Auslaufen der Sozialbindung meistbietend verkauft wird. Unsere Unternehmen behalten die Wohnungen über viele Jahrzehnte im Bestand. Die Wohnungsgenossenschaften und kommunalen Wohnungsunternehmen, die in unserem Verband organisiert sind, fühlen sich dem Gemeinwohl und dem bezahlbaren Wohnen verpflichtet. Insofern ändert der Wegfall der Sozialbindung wenig.

    Die Miete einer Sozialwohnung ist gesetzlich streng geregelt. Das gilt auch für eine Erhöhung, wenn diese beispielsweise nach einer Sanierung oder Modernisierung notwendig wird. Im Durchschnitt liegt die Netto-Kaltmiete bei den schleswig-holsteinischen VNW-Mitgliedsunternehmen derzeit bei 5,75 Euro pro Quadratmeter.

    Die angespannte Situation auf dem Wohnungsmarkt in Teilen Schleswig-Holsteins hat wenig mit dem Wegfall von Sozialbindungen zu tun, sondern eher damit, dass in den vergangenen Jahren zu wenig bezahlbaren Wohnraum errichtet wurden. Vor allem für Haushalte mit mittleren Haushaltseinkommen ist es schwierig, eine bezahlbare Wohnung zu finden.

    Vor allem aber ist entscheidend, dass Geschosswohnungen gebaut werden. Um die Lage auf dem Wohnungsmarkt nachhaltig zu entspannen, gilt vor allem eines: Bauen, bauen bauen! Die im VNW organisierten Unternehmen sind bereit und in der Lage, diese Wohngebäude zu errichten. Eines der größten Probleme besteht allerdings darin, dass es zu wenig bebaubare Grundstücke gibt. Die Kommunen sind gefordert, diesen Mangel durch eine umsichtige Bodenpolitik zu beseitigen.

    Hinzu kommt, dass mangels von Baukapazitäten heute länger dauert, bezahlbare Wohnungen zu errichten.

    Der VNW vertritt in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg insgesamt 359 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 732.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 5,74 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

    V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg(at)vnw.de

    Foto: Markus Scholz/dpa