VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    Der falsche Weg

    VNW-Direktor Andreas Breitner kritisiert die von der Bundesregierung geplante zusätzliche steuerliche Förderung des Baus von Mietwohnungen.

    Unter den Regierungsparteien in Kiel gibt es Streit über die von der Bundesregierung geplante zusätzliche Förderung des Mietwohnungsbaus, wonach in den kommenden drei Jahren Investoren vier Jahre lang je fünf Prozent der Baukosten steuerlich geltend machen können. Zusammen mit anderen Förderinstrumenten würde diese Regelung Schleswig-Holstein jährlich gut drei Millionen Euro kosten. Im Gegensatz zu CDU und FDP lehnt Finanzministerin Monika Heinold (Grüne) diesen Steuervorteil ab. Sie fürchtet, dass statt bezahlbare zu viele teure Mietwohnungen entstehen.

    Dazu erklärt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW):

    „Frau Heinold hat in dem Punkt recht, dass die Pläne der Bundesregierung nicht dazu führen werden, dass mehr bezahlbare Wohnungen entstehen. Private Investoren, die zweifelsohne für den Bau von Wohnungen notwendig sind, werden diese weitere Fördermöglichkeit nutzen, Wohnungen zu errichten, die für Haushalte mit mittleren und geringen Einkommen nicht bezahlbar sind. Wir brauchen aber gerade für diese Menschen neue Wohnungen. Hier wären direkte Zuschüsse, die den Bau bezahlbar machen, am sinnvollsten.

    Der VNW lehnt die Pläne der Bundesregierung allerdings auch aus einem weiteren Grund ab: eine Sonderabschreibung, die auf drei Jahre befristet ist, wirkt angesichts der überhitzten Konjunktur wie ein Preistreiber. Bereits jetzt erleben die im VNW organisierten Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften fest, dass neue Wohngebäude zu halbwegs vertretbaren Preisen kaum mehr zu errichten sind.

    Die Kapazitäten der Bauwirtschaft sind ausgeschöpft, was nicht nur die Preise in die Höhe treibt. Eine Umfrage unter schleswig-holsteinischen VNW-Unternehmen hat ergeben, dass bei neuen Bauprojekten oftmals nur noch ein Baubetrieb ein Angebot abgibt – und dieses ist zumeist nicht günstig. Zudem bekommen norddeutsche Unternehmen immer öfter zu hören, dass die Auftragsbücher für das kommende Jahr voll seien und man erst 2020 wieder Kapazitäten zur Verfügung habe. Einige Wohnungsbauprojekte müssen deshalb verschoben werden.

    Die Beschränkung der von der Bundesregierung geplanten Steuerregelung führt zudem dazu, dass Baubranche keine zusätzlichen Kapazitäten aufbaut. Dadurch ändert sich nichts an einem der Hauptprobleme, unter dem der Bau von bezahlbaren Wohnungen derzeit leidet: dem Mangel an Kapazitäten der Bauwirtschaft.“

    Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V. vertritt in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg insgesamt 341 Wohnungsgenossen-schaften und Wohnungsgesellschaften. In ihren 732.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Im Jahr 2017 investierten die VNW-Unternehmen in den drei Bundesländern insgesamt 1,662 Milliarden Euro in die Sanierung, die Modernisierung und den Neubau bezahlbarer Wohnungen. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

    V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg@vnw.de