VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    Das Wohngeld steigt

    VNW-Direktor Andreas Breitner: Viele Berechtigte wissen gar nicht um ihren Anspruch. Bundesländer müssen mehr aufklären.

    1/2020

    Seit dem 1. Januar 2020 erhalten einkommensschwache Familien mehr Wohngeld. Zu Jahresbeginn trat das sogenannte Wohngeldstärkungsgesetz des Bundes in Kraft. Einem Zwei-Personen-Haushalt stehen im Durchschnitt monatlich etwa 190 Euro zur Verfügung. 145 Euro waren es bisher. Künftig soll das Wohngeld alle zwei Jahre an die Miet- und Einkommensentwicklung angepasst werden.

    Dazu erklärt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW):

    „Sowohl die Erhöhung des Wohngeldes als auch die künftig regelmäßige Anpassung sind gute Nachrichten für Menschen mit mittlerem und niedrigem Einkommen. Beides sichert den sozialen Zusammenhalt in unserem Land.

    Studien belegen allerdings, dass nur jeder Dritte die staatliche Unterstützung erhält, der Anspruch darauf hat. Das ist eine unterlassene Hilfeleistung durch den Staat. Die politisch Verantwortlichen müssen die Bürgerinnen und Bürger besser als bisher aufklären. Gesetzestreue Bürger sind keine Bittsteller, die der ihnen zustehenden staatlichen Unterstützung nachlaufen müssen. Eine umfassendere Aufklärung kann den Menschen zugleich die Sorge nehmen, dass sie erst ihr Angespartes aufbrauchen oder umziehen müssen, wenn sie Wohngeld beziehen.

    Anders als eine bürokratische Mietpreisbremse oder ein Mietendeckel ist das Wohngeld zudem das richtige Ventil, die Mieterinnen und Mieter direkt zu entlasten. Angesichts der Alterung unserer Gesellschaft und der Herausforderungen des Klimaschutzes werden Wohnungsunternehmen in den kommenden Jahren hohe Summen in den Umbau bestehender Wohnungen investieren müssen. Das wird nicht ohne Mietsteigerungen möglich sein. Das Wohngeld kann vielen Menschen Ängste nehmen.

    Wohngeld automatisch und ohne Antrag überweisen

    Das Finanzamt prüft jede Steuerklärung bis aufs Kleinste. Wenn sich dabei herausstellt, dass der Steuerpflichtige einen Anspruch auf Wohngeld hat, sollte ihm automatisch das Wohngeld überwiesen werden. Das spart auch Aufwand in der öffentlichen Verwaltung.

    In Schleswig-Holstein haben dem statistischen Bundesamt zufolge Ende 2017 rund 22.000 Haushalte Wohngeld bezogen. In Mecklenburg-Vorpommern lag die Zahl der Wohngeldempfänger bei rund 25.000, in Hamburg bei etwa 12.250. Folgt man der Annahme der Forscher, wonach lediglich ein Drittel der Anspruchsberechtigten Wohngeld bezieht, so ‚sparen‘  die drei Bundesländer derzeit Jahr für Jahr fast 200 Millionen Euro an Wohngeld.

    Die Zahlen sind angesichts der rasant steigenden Mieten unverständlich. Schließlich ist das Wohngeld ein Zuschuss zur Deckung der Wohnkosten, der ohne Wenn und Aber gewährt wird, wenn die Höhe der Miete oder Belastung für angemessenen Wohnraum die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Haushalts übersteigt. Er wird auch unabhängig davon gezahlt, wo jemand wohnt.“

    Der VNW vertritt in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg insgesamt 373 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 732.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 5,74 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

    V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg(at)vnw.de

    Foto: AdobeStock/Tatjana Balzer