VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    Das wäre ein "Tschentscher-Euro"

    VNW-Direktor Andreas Breitner zur Regierungserklärung des Hamburger Bürgermeisters Peter Tschentscher über den Rückkauf des Fernwärmenetzes.

    Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher hat am 17. Oktober 2018 in einer Regierungserklärung den Rückkauf des Fernwärmenetzes durch die Hansestadt erläutert. Dabei hat er noch einmal versprochen, dass die durch den Kauf entstehenden zusätzlichen Kosten nicht zu einer Erhöhung des Fernwärmekosten für die Mieterinnen und Mieter führen sollen.

    Dazu erklärt Andreas Breitner, Direktor des Verbandes norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW):

    „Wir nehmen den Ersten Bürgermeister beim Wort: Die Mieterinnen und Mieter werden die Kosten für den teuren Rückkauf des Fernwärmenetzes nicht bezahlen. Jeder Euro mehr wäre nach dieser klaren Aussage des Bürgermeisters ein 'Tschentscher-Euro'. Es darf durch den Rückkauf des Fernwärmenetzes in Hamburg nicht zu Erhöhungen der sogenannten zweiten Miete kommen. Immerhin leben fast 200.000 Hamburgerinnen und Hamburger in Wohnungen von VNW-Mitgliedsunternehmen, die am Hamburger Fernwärmenetz angeschlossen sind.

    Der Schutz des Klimas ist für die Wohnungswirtschaft ein zentrales Thema. In den vergangenen zehn Jahren wurden durch die Wohnungswirtschaft allein in Hamburg 6,5 Milliarden Euro in den Klimaschutz investiert. Davon flossen rund 1,3 Milliarden Euro in die Wohnungsmodernisierung. Hinzu kamen Investitionen für Abriss und energetisch hochwertigen Neubau.

    Die Regierungsfraktionen in der Bürgerschaft betonen immer wieder, dass bezahlbares Wohnen eine der wichtigsten sozialen Fragen ist. Im Bündnis für das Wohnen arbeiten die Wohnungswirtschaft, die Bezirke und die Stadtentwicklungsbehörde vertrauensvoll zusammen, um Lösungen zu finden, die hohe Nachfrage nach Wohnraum durch Neubau zu befriedigen.

    Darüber darf die sogenannte zweite Miete nicht vergessen werden. Es wäre doch widersinnig, wenn der Senat im Bündnis für das Wohnen für den Bau bezahlbarer Wohnungen wirbt und zugleich die ‚zweite Miete‘ durch den Rückkauf des Fernwärmenetzes in die Höhe treibt. Also: Keine Experimente oder umweltpolitische Abenteuer bei der Fernwärme!

    Bereits jetzt belasten die Heizkosten die Haushalte in Wohnungen von VNW-Unternehmen im Durchschnitt mit einem Euro pro Quadratmeter. Experten gehen von einem deutlichen Anstieg der Energiepreise in den kommenden Monaten aus. Eine umweltgerechte Energieversorgung wird von den Mieterinnen und Mietern nur akzeptiert, wenn sie diese am Ende auch bezahlen können. Jetzt gilt, dass der Erste Bürgermeister sein Versprechen hält."

    Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V. vertritt in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg insgesamt 341 Wohnungsgenossenschaften und -gesellschaften. In ihren 732.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Im Jahr 2017 investierten die VNW-Unternehmen in den drei Bundesländern insgesamt 1,662 Milliarden Euro in die Sanierung, die Modernisierung und den Neubau bezahlbarer Wohnungen.

    Foto: Fotolia/Andrey Popov