VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    Bundesweit die Bestnote

    VNW-Direktor Andreas Breitner zum Bau öffentlich geförderter Wohnungen: Hamburg zeigt, wie moderne Wohnungspolitik funktioniert.

    72/2020

    Mit 192 bewilligten öffentlich geförderten Mietwohnungen pro 100.000 Einwohnern steht Hamburg im Berichtsjahr 2019 erneut mit großem Abstand an der Spitze aller Länder.  Der Wert entspricht – trotz wachsender Einwohnerzahl – einer Steigerung von rund 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahreswert von 163 Wohnungen pro 100.000 Einwohnern. Bezogen auf die Einwohnerzahl steht Bremen an zweiter Stelle mit 72 öffentlich geförderten Wohnungen pro 100.000 Einwohnern im vergangenen Jahr.

    Dazu erklärt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW):

    „Hamburg verdient sich im bundesweiten Vergleich die Bestnote. Und womit? Mit recht! Die Hansestadt zeigt, wie moderne Wohnungspolitik für alle Schichten der Gesellschaft funktioniert. Wenn ausreichend öffentlich geförderte Wohnungen errichtet werden, dann bleibt die Stadt auch für Menschen mit mittlerem und geringem Einkommen bezahlbar. Die Mischung macht es eben auch hier.

    Das lässt sich mit Zahlen belegen. So stiegen dem Institut der Deutschen Wirtschaft zufolge in Hamburg die Mieten (auf Basis der hedonischen Mietpreise bei Neuvertrag) zwischen 2014 und 2018 um 3,3 Prozent. Die Löhne erhöhten sich in dem gleichen Zeitraum um 8,7 Prozent. Das Institut führt den moderaten Anstieg der Mieten in erster Linie auf die Wohnungsbauoffensive zurück.

    Die im VNW organisierten Wohnungsunternehmen haben einen erheblichen Anteil an dieser Entwicklung. So wird weitaus größte Teil der öffentlich geförderten Wohnungen – rund 71.000 – von ihnen verwaltet. In den vergangenen vier Jahren investierten VNW-Unternehmen rund vier Milliarden Euro in den Neubau, die Instandhaltung und die Modernisierung ihrer Wohnungen.

    Insgesamt übergaben sie seit dem Jahr 2016 mehr als 8000 neu gebaute Wohnungen an Mieterinnen und Mieter. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter bei geförderten Wohnungen liegt bei VNW-Unternehmen gegenwärtig bei 6,08 Euro. VNW-Unternehmen vermieten in der Hansestadt rund 300.000 Wohnungen. Das sind 43 Prozent aller Mietwohnungen.

    Das gute Ergebnis ist eine Folge der vertrauensvollen Zusammenarbeit im Bündnis für das Wohnen. In Hamburg spricht man nicht nur mit der Wohnungswirtschaft, sondern man hört ihr zu.  Deshalb wollen wir, dass die Arbeit in dem Bündnis in der kommenden Legislaturperiode fortgesetzt wird, dann allerdings um den Aspekt „Klimaschutz“ erweitert

    So besteht in naher Zukunft die große Herausforderung von Wohnungsbau und Stadtentwicklung darin, bezahlbares Wohnen und hohe energetische Standards in Einklang zu bringen. Das eine wird es ohne das andere künftig nicht geben können.

    Die Errichtung bezahlbaren Wohnraums wird aber in den kommenden Jahren schwieriger. Es fehlt vor allem an Grundstücken. Die reifen Früchte sind gepflückt. Jetzt bedarf es zum Beispiel bei der Grundstückserschliessung eines höheren Aufwandes. Üblicherweise dauert es vom Erwerb eines Grundstücks zwischen drei und vier Jahre, bis die Schlüssel für eine Wohnung übergeben werden können. Heute zeichnet sich also bereits der Rückgang des Wohnungsbaus in einigen Jahren ab.

    Die im VNW organisierten Wohnungsunternehmen berichten seit längerem darüber, dass es schwieriger geworden ist, Grundstücke zu finden, die für den Bau bezahlbaren Wohnraums geeignet sind. Das liegt auch an dem Bauboom der vergangenen Jahre. Hinzu kommen gestiegene Anforderungen der Bezirkspolitik. Wer jetzt bauen will, muss sich auf schwierigere Baubedingungen einstellen.“

    Der VNW vertritt in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein insgesamt 383 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 738.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 5,92 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

    V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg@vnw.de

    Foto: Markus Scholz/dpa