VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    Bis zu 50 Millionen Euro im Jahr

    GdW und VNW fordern die Schweriner Landesregierung auf, Bundesmittel für die Investitionsförderung auch an die Wohnungsunternehmen weiterzugeben.

    93/2020

    Wismar. Die sozial verantwortlichen Vermieter Mecklenburg-Vorpommerns haben die Landesregierung aufgefordert, vom Bund zur Verfügung gestellten Gelder auch tatsächlich als Investitionsförderung an Wohnungsunternehmen weiterzugeben, die noch unter der Rückzahlung von DDR-Altschulden leiden.

    „Mit ihrem Konjunkturpaket hat die Bundesregierung Anfang Juni einen guten Kompromiss beim Thema Altschulden gefunden“, erklärten VNW-Direktor Andreas Breitner und GdW-Präsident Axel Gedaschko am Donnerstag bei einem Besuch in Wismar.

    „Jetzt kommt es darauf an, dass die Länder die erhöhten Bundesmittel tatsächlich als Investitionsförderung an die mit Schulden belasteten Unternehmen weitergeben. In Mecklenburg-Vorpommern sprechen wir von 40 bis 50 Millionen Euro. Nur so kann der finanzielle Spielraum dafür geschaffen werden, dass die Wohnungsunternehmen die ungerechtfertigte Belastung mit DDR-Altschulden abbauen und sich für attraktive Lebensräume engagieren können.“

    Für ganz Ostdeutschland stehen über einen Zeitraum von zehn Jahren jährlich 220 Millionen Euro Investitionsförderung für jene Wohnungsunternehmen zur Verfügung, die in wirtschaftlich schwächeren Regionen mit einem Leerstand von mindestens zehn Prozent wirtschaften müssen und die noch mit DDR-Altschulden belastet sind.

    Schwerpunkte der Förderung sollen Klimaschutz, altersgerechter Umbau und die Digitalisierung des Wohnungsbestands sein. „Zudem müssen die Investitionshilfen in Folgejahre übertragbar und mit anderen Förderinstrumenten kumulierbar sein“, forderten Gedaschko und Breitner.

    GdW-Präsident Axel Gedaschko: „Die Wohnungsunternehmen in Ostdeutschland haben seit der Wende Großes geleistet: Stadtumbau inklusive Rückbau und Abriss, Aufwertung von Stadtkernen und Wohnquartieren bis hin zur Attraktivitätssteigerung ganzer Regionen. Gerade angesichts dieses jahrzehntelangen gesellschaftlichen Engagements für gleichwertige Lebensbedingungen kann es nicht sein, dass die soziale Wohnungswirtschaft im Osten mit der hohen finanziellen Belastung durch Altschulden der DDR einfach alleine gelassen wird.“

    VNW-Direktor Andreas Breitner: „Fast 30 Jahre nach der deutschen Einheit lasten rund 435 Millionen Euro DDR-Altschulden auf den Wohnungsunternehmen Mecklenburg-Vorpommerns - eine einigungsbedingte Sonderlast, die unverschuldet Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften aufgebürdet wurde. Vor allem kleinere Wohnungsunternehmen und jene im ländlichen Raum, der von Abwanderung betroffen ist, leiden darunter. In einigen Fällen muss für Wohngebäude gezahlt werden, die längst abgerissen wurden. Intakte und finanziell gesunde Wohnungsunternehmen, die sich um ihre Quartiere kümmern, tragen zum sozialen Frieden bei. Unter den DDR-Altschulden leiden in erster Linie die Mieterinnen und Mieter. Ihren Wohnungsunternehmen werden wertvolle Finanzmittel entzogen, die besser für die Sanierung oder die Modernisierung von Wohnraum eingesetzt werden sollten.“

    Der VNW vertritt in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein insgesamt 384 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 742.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 6,04 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

    V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg(at)vnw.de

    Foto: VNW