VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    Bayern hat recht

    VNW-Direktor Andreas Breitner zu aktuellen Debatte über die Reform der Grundsteuer: "Der echte Norden schläft und erkennt die Zeichen der Zeit nicht."

    71/2019

    Das Bundesland Bayern will derzeit den SPD-Plänen zur Reform der Grundsteuer nicht zustimmen. „Die Erfolgsaussichten der anstehenden Gespräche und das weitere Vorgehen hängen maßgeblich davon ab, ob der Bundesfinanzminister endlich bereit ist, einfacheren und mit weniger Bürokratie verbundenen Modellen eine reelle Perspektive zu geben“, sagte Bayerns Finanzminister Albert Füracker (CSU) am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur in München.

    Dazu erklärt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW)

    „Der echte Norden schläft und erkennt die Zeichen der Zeit nicht. Selbst jetzt nicht, wo die Verhandlungen über eine Reform der Grundsteuer in ihre Schlussphase gehen. Wo bleiben die Vorschläge aus Kiel, die wirklich im Interesse der Mieterinnen und Mieter mit normalem Haushaltseinkommen sind?

    Ob einem Bayern politisch nahesteht oder nicht: in der Sache hat das Land recht, wonach die Berechnung der Grundsteuer auf Grundlage der Fläche erfolgen sollte. Das wäre unbürokratisch und gerecht. Schließlich ist die Grundsteuer die Grundlage für die Infrastruktur einer Kommune. Die aber nutzen alle Bewohner gleichmäßig – egal, wo sie wohnen. Und egal, wie hoch ihr Einkommen ist.

    Eine Grundsteuer, zu deren Berechnung die Grundstückswerte herangezogen werden, führt dazu, dass die Mieterinnen und Mieter in besonders nachgefragten Wohnvierteln deutlich höhere Mieten zahlen müssen. Dadurch werden sich Menschen mit normalen oder geringen Einkommen es sich nicht mehr leisten können, in diesen Quartieren zu leben. Im schlimmsten Fall müssen sie ihre Wohnung aufgeben, weil der Staat sie dazu zwingt.

    Der VNW vertritt in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg insgesamt 359 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 732.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 5,74 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

    V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg@vnw.de

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