VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    Bauen in Kiel nur gemeinsam sinnvoll

    VNW-Direktor Andreas Breitner zur Gründung der Kiwog: Stadtverwaltung muss weiter Zugang zu Baugrundstücken und Baurecht gewährleisten.

    187/2019

    Die Kieler Ratsversammlung hat am Donnerstag die Gründung einer städtischen Wohnungsgesellschaft Kiwog beschlossen. Damit besitzt die schleswig-holsteinische Landeshauptstadt 20 Jahre nach dem Verkauf der stadteigenen Wohnungsgesellschaft KWG erneut ein eigenes Wohnungsunternehmen.

    Dazu erklärt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW):

    „Wir begleiten die Gründung der Kiwog grundsätzlich positiv. Schließlich sind die VNW-Unternehmen es seit Jahrzehnten gewohnt, gut mit kommunalen Wohnungsunternehmen zusammenzuarbeiten. Alle vier  kommunale Wohnungsunternehmen aus Schleswig-Holstein sind zudem Mitglied des VNW.

    Der „Masterplan Wohnen“ sieht vor, dass Kiel nur ‚gemeinsam“ gebaut werden könne. Das unterstützen wir. So sind die zehn in Kiel aktiven VNW-Unternehmen in den vergangenen Jahren nicht untätig gewesen. Sie errichteten in der Landeshauptstadt rund 1200 bezahlbare Wohnungen.

    Wir haben jetzt die Sorge, dass die Gründung der Kiwog es den VNW-Unternehmen erschwert, bezahlbare Wohnungen zu errichten. So bindet der Aufbau der Kiwog wichtige Ressourcen der Stadt, die  an anderer Stelle fehlen und zu längeren Bearbeitungszeiten führen könnten. Dann aber könnten VNW-Unternehmen nicht mehr ihren Job machen.

    Die Verwaltung der Landeshauptstadt muss den VNW-Wohnungsunternehmen auch nach der Gründung der Kiwog den einfachen Zugang zu Baugrundstücken und Baurecht gewährleisten - ebenso wie die Möglichkeit, ohne Erbbaurecht für den eigenen Bestand zu bauen. Zudem müssen Verwaltung und Politik sich stärker positionieren und besser vermitteln, wenn Anwohner sich gegen Bauvorhaben wenden. 

    Wenn Kiel verdichtet und damit enger bebaut wird, dann kommt es zu Konflikten. Diese dürfen nicht nur zu Lasten des Wohnungsneubaus gelöst werden. Wasch’ mir den Pelz, aber mach’ mich nicht nass, klappt weder in der Tierwelt noch in der Politik.

    Der VNW vertritt in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg insgesamt 359 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 732.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 5,74 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

    V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg@vnw.de

    Foto: AdobeStock/Wolfgang Jargstorff