VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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Bauboom verteuert Wohnungsbau

Die Bauwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern zieht eine positive Bilanz. VNW-Direktor Andreas Breitner warnt von steigenden Baukosten.

Ein boomender Wohnungsbau und kräftige Investitionen der öffentlichen Hand sorgen für volle Auftragsbücher bei der Bauwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern. Der Gesamtumsatz habe im vergangenen Jahr knapp 2,2 Milliarden Euro, erreicht, teilte der Landesbauverband mit. Das seien elf Prozent mehr als im Jahr davor gewesen. „Wir haben Aufträge für das nächste halbe Jahr“, sagte Verbandspräsident Rainer in Schwerin.

Dazu erklärt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW):

„Des einen Freud‘ ist des anderen Leid! Die Wohnungswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern ist natürlich froh darüber, dass wieder Wohnungen im Land gebaut werden. Allerdings sorgt der Bauboom auch für steigende Baukosten, weil sich dadurch oft die Bauzeit verlängert beziehungsweise erst mehrere Monate verspätet mit dem Bau begonnen werden kann. Das erschwert es Wohnungsgenossenschaften und –gesellschaften, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. „Früher fragte man ‚Wie teuer wird es?‘. Heute lautet die Frage: ‚Wann können Sie anfangen?‘. Oft bekommen Wohnungsunternehmen auf eine Ausschreibung hin nur ein Angebot.“

Breitner forderte die Landesregierung auf, die gestiegenen Baukosten bei der Wohnungsbauförderung mehr als bisher zu berücksichtigen. „Das kann durch direkte Zuschüsse geschehen, durch vereinfachte Baugenehmigungsverfahren oder durch verstärkte Anstrengungen, Fachkräfte für die Bauwirtschaft auszubilden. So steigen durch den Bauboom auch die Steuereinnahmen des Landes. Dieses Geld könnte in die Schaffung preiswerten Wohnraums investiert werden. Es käme damit den Mieterinnen und Mietern zugute, denn letzten Ende müssen sie die höheren Baukosten durch eine höhere Miete bezahlen.“

Im vergangenen Jahr investierten die VNW-Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern rund 454 Millionen Euro in den Neubau, die Instandhaltung und die Modernisierung von Wohnungen. Rund 620 Wohnungen wurden fertiggestellt. Die durchschnittliche Nettokaltmiete liegt bei den VNW-Unternehmen bei 5,07 Euro pro Quadratmeter.

Foto: Bernd Wüstneck/dpa