VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    Auszubildende bauen ihr eigenes Haus

     In Bad Malente planten und entwickelten die Jungen Leute ihr eigenes Wohnheim. Jetzt sind sie eingezogen und bewirtschaften es auch selbst.

    Der Vorstand der GEWOBA Nord Baugenossenschaft eG hat den kaufmännischen Auszubildenden des GEWOBA Nord Unternehmensverbundes über das Pilotprojekt „Azur e.V.“ ermöglicht, ihr Wissen auszuweiten und in der Praxis zu vertiefen. Hierfür wurde ein Verein gegründet, über den die Auszubildenden ein eigenes Haus planen, entwickeln und bewirtschaften.

    Da die Landesberufsschule für Immobilienkaufleute in Bad Malente ansässig ist, wurde dieser Standort zur Verwirklichung des Projekts ausgewählt. Bis vor kurzem waren die Auszubildenden während ihrer 5-wöchigen Berufsschulblöcke im schuleigenen Internat untergebracht. Jetzt verbringen sie die Zeit in dem eigens geplant und entwickeltem Haus, auf eigenem Grundstück inmitten des Kurortes.

    Manuel Gläß von der GEWOBA Nord Baugenossenschaft eG erklärte anlässlich der Fertiggestellung des Hauses: „Wenn man die jungen Menschen lässt, dann wachsen sie über sich hinaus. Es ist eine Gruppe gewachsen und ein Miteinander entstanden. Das hat dem Teamgedanken sehr gut getan. Wir haben im Übrigen an dieses Gebäude dieselben Ansprüche gestellt, wie an die rund 6500 Immobilien, die wir in unserem Bestand haben.“

    Andreas Breitner, Verbandsdirektor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW, würdigte das Projekt. „Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels ist es wichtig, junge Menschen für die Arbeit in der Wohnungswirtschaft zu begeistern. Es ist ein sehr schönes Projekt, wenn junge Menschen während ihrer Ausbildung ihren künftigen Beruf ganz praktisch kennenlernen und in Eigenregie ein Haus herrichten. Das vermittelt ihnen Wertschätzung und stärkt ihr Selbstbewusstsein. Zudem wirkt es auf andere junge Menschen, deren Interessen an einer Ausbildung in der Wohnungswirtschaft damit geweckt wird. Die GEWOBA Nord, die das Leuchtturmprojekt für die Auszubildenden ermöglichte, ist damit Vorreiter.“

    Die Immobilie der Auszubildenden ist mit zwei Wohneinheiten ausgestattet. Die Auszubildenden entschieden sich zum Erreichen der oberen Wohnung für eine Außentreppe, denn durch den Verzicht auf ein innenliegendes Treppenhaus, konnte mehr Wohnraum in beiden Einheiten geschaffen werden. Zusätzlich zu dem umfassenden Lerneffekt durch die eigenständige Vermietung und Bewirtschaftung der unteren Wohnung, wurde mit der oberen Wohnung durch die eigene Nutzung ein ruhiger und moderner Raum zum Lernen während der Berufsschule geschaffen.

    Für die Auszubildenden war es eine große Herausforderung, den Ablauf des Projektes zu strukturieren, da jeder von ihnen bei einem Hausbau auf Neuland stieß.

    Die Bewältigung der Aufgaben erfolgte über mehrere Teilprojekte, die durch die Auszubildenden besetzt und gelebt wurden: Gebäudeplanung und Bauleitung, Finanzen, Bewirtschaftung, Verein und Marketing/Öffentlichkeitsarbeit. Dadurch wurde die Struktur des Projektes erschaffen und der Überblick über die Aufgaben, die einem Hausbau vorausgehen, wurde deutlicher. Denn wie viel tatsächlich bedacht werden, muss bis der erste Stein gesetzt werden kann, war anfangs keinem der Beteiligten bewusst. Als dann der Bau begann, wurden wöchentlich Baubesprechungen vor Ort durchgeführt, so wie es durch den Unternehmensverbund vorgegeben ist.

    Die zweijährige Projektzeit brachte vielzählige Aufgabenbereiche mit sich, wie zum Beispiel das Führen von ersten Planungsgesprächen, der Grundstückskauf, Vertragsgespräche mit Bauunternehmen, die Baubetreuung bis hin zur Schlüsselübergabe und die anschließende Vermarktung und Bewirtschaftung der Wohneinheiten, ebenso wie Öffentlichkeitsarbeit, Pressetermine und die Planung der Einweihung.

    Als dann am 04. August 2017 das ebenso selbst geplante Richtfest in der Lütjenburgerstraße 8c stattfand, hatten wir bereits einen großen Meilenstein erreicht. Ein weiterer Meilenstein wurde erreicht, als die Einweihungsfeier am 20.12.2017 mit Stolz und einer großen Portion neu erlangtem Selbstvertrauen gefeiert wurde. Um 16 Uhr erschienen zahlreiche Gäste, unter denen sich der Vorstand, Kollegen und Kolleginnen, Handwerker und Lehrer befanden. Für das leibliche Wohl aller Beteiligten wurde selbstverständlich gesorgt.

    Die Auszubildenden der GEWOBA Nord haben eine anstrengende aber vor allem auch aufregende und lehrreiche Projektzeit hinter sich. Doch die monatelangen Anstrengungen und Bemühungen haben sich gelohnt, denn jetzt konnten die ersten Auszubildenden endlich ihr „eigenes“ Haus beziehen. Auch wenn die Planungs– und Bauphase häufig sehr zeitintensiv war, ist der Mehrwehrt dieses Projektes für die Auszubildenden überaus groß und sie konnten sich fachlich, wie auch persönlich weiterentwickeln. „Wir konnten uns ein Fachwissen aneignen, das weit über die vorgeschriebenen Ausbildungsinhalte herausgeht. Für diese Chance und das Vertrauen, das unser Vorstand uns entgegen gebracht hat, sind wir sehr dankbar.“, so einer der Auszubildenden.

    Das Projekt „Azur e.V.“ endet jedoch nicht mit der Fertigstellung des Hauses. Auch in Zukunft trägt der Verein die volle Verantwortung für das Objekt und ist für die gesamte Bewirtschaftung zuständig. Zukünftig möchten wir mit unseren Auszubildenden weitere Vorhaben und Projekte umsetzen. Der Bau und die Bewirtschaftung der eigenen Immobilie ist nur der Anfang.

    Bildhinweis: auf dem Bild stehen die beteiligten Auszubildenden vor "ihrem" Haus. Foto: VNW