VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    Aus Fehlern lernen

    Einer Studie zufolge verstärkt sich vor allem im Osten Deutschland in den Städten die soziale Spaltung. Eine bessere Wohnungsbaupolitik könnte helfen.

    Einer Untersuchung zufolge nimmt in deutschen Städten die soziale Spaltung rasant zu. Besonders betroffen sind einem Bericht der dpa zufolge ostdeutsche Städte wie Schwerin und Rostock. Diese beiden Städte Mecklenburg-Vorpommerns zeichnen sich durch Quartiere aus, in denen mehr als die Hälfte der Kinder von staatlichen Leistungen abhängig ist. 

    Einer der Gründe für diese Entwicklung könnten Plattenbausiedlungen sein, die zu DDR-Zeiten am Stadtrand hochzogen worden seien, erklärten die Wissenschaftler. Diese Viertel verzeichneten heute eine Ballung sozial schwacher Haushalte in Brennpunkt-Vierteln.

    Eine Überraschung für die Forscher war dem Bericht der dpa zufolge, dass viele Sozialwohnungen die räumliche Ungleichheit in einer Stadt noch verstärkten. Sozialwohnungen seien heute vor allem in Stadtteilen zu finden, in denen ohnehin schon die Armen wohnen würden. In begehrteren Lagen wie Altbau-Vierteln seien Wohnungen hingegen oft aus der sozialen Bindung herausgefallen.


    Zu den Ergebnissen der Studie erklärt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW):

    „Die Vergabe öffentlicher Grundstücke für den Wohnungsbau sollte grundsätzlich an die Verpflichtung gebunden werden, dass dort zu zwei Dritteln bezahlbare Wohnungen errichtet werden. Unternehmen, die eine Niedrigmietgarantie über mehrere Jahrzehnte abgeben, müssen bevorzugt werden."

    "Dabei geht es nicht darum, ausschließlich Sozialwohnungen zu errichten. Aus Fehlern muss man lernen. Die Monostrukturen in den Wohnvierteln der siebziger Jahre gehören der Vergangenheit an. Das ist kein moderner Städtebau. Auf den richtigen Mix kommt es an: Bezahlbarer und freifinanzierter Mietwohnungsbau und Eigentum." 

    "In den sogenannten Hotspots mangelt es aber vor allem an bezahlbaren Wohnungen für Haushalte mit mittleren Einkommen. Deren Errichtung muss vorrangig gefördert werden. Die im VNW-organisierten Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften stehen bereit, zu bauen, wenn man sie lässt.“

    „Zudem halten wir es für sinnvoll, uns in den verschiedenen Bündnissen für das Wohnen auf die Frage zu konzentrieren, wie möglichst rasch bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden kann. Die öffentliche Hand muss bürokratische Hemmnisse beseitigen. Dazu gehört, dass die Landesregierung in Schwerin sich auf Bundesebene für eine Entschlackung und bundesweite Angleichung der Bauordnung einsetzt.“

    Foto: Fotolia/Ralf Gosch