VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

    Meldungen

    Auf dem richtigen Weg

    VNW-Direktor Andreas Breitner und VNW-Unternehmenschefs trafen sich zu einem Fachgespräch mit dem Bürgermeister von Eutin.

    Eutin. Eutins Bürgermeister Carsten Behnk und VNW-Direktor Andreas Breitner haben sich am 27. Januar 2020 im Rathaus von Eutin zu einem wohnungspolitischen Fachgespräch getroffen. Im Mittelpunkt stand der Austausch über die aktuelle Lage auf dem Wohnungsmarkt, über die Sorgen der Mieterinnen und Mieter und über die künftige städtebauliche Entwicklung der Stadt.

    An dem Gespräch nahmen von Seiten des VNW Fabian Weist, Geschäftsführer Wohnungsbaugesellschaft Ostholstein mbH, Dr. Ulrik Schlenz, Vorstand Wankendorfer Baugenossenschaft für Schleswig-Holstein eG, und  Christoph Kostka, Geschäftsführer VNW Landesverband Schleswig-Holstein, teil. Von Seiten der Stadt beteiligten sich neben dem Bürgermeister Susanne Stange, Leiterin des Fachdienstes Stadt- und Gemeindeplanung, und Kerstin Stein-Schmidt, Stabsstelle Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing.

    Einig war man sich, dass in Eutin keine Wohnungsnot herrscht. Allerdings gibt es in einigen Segmenten eine höhere Nachfrage, dem das aktuelle Angebot nicht entspricht. So fehle es an Wohnungen für Singlehaushalten. Derzeit leben in Eutin rund 17.000 Einwohnerinnen und Einwohner. In der Stadt gibt es rund 9500 Wohnungen, pro Haushalt leben im Durchschnitt 1,8 Personen. Eine Wohnung ist im Durchschnitt 90 Quadratmeter groß. Im Jahr 2000 waren es noch 80 Quadratmeter.

    Nach Angaben von Bürgermeister Carsten Behnke wurden in Eutin in den vergangenen 10 Jahren 242 Wohneinheiten in Mehrfamilienhäusern geschaffen. Damit sei die Kommune auf einem guten Weg. Jetzt gelte es, den Bestand zu erhalten, zu modernisieren und zu erweitern. Bürgermeister Behnk lud die Geschäftsführer der Wohnungsbaugesellschaften in den kommenden Stadtentwicklungsausschuss zum weiteren Austausch ein.

    VNW-Direktor Andreas Breitner verwies auf die gute Zusammenarbeit zwischen Rathaus und Wohnungsunternehmen. Es gebe zwar ausreichend Wohnungen. Abe nicht immer stünde das Richtige an den richtigen Stellen.

    Die Wankendorfer Baugenossenschaft für Schleswig-Holstein eG (Wankendorfer) verfügt in Eutin über 461 Wohnungen. Davon sind 352 Wohnungen frei finanziert und 109 Wohnungen öffentlich gefördert. Die monatliche Nettokaltmiete liegt bei den öffentlich geförderten Wohnungen im Durchschnitt bei 5,72 Euro pro Quadratmeter und bei den frei finanzierten bei 6,31 Euro pro Quadratmeter. Derzeit modernisiert die wankendorfer in Eutin zehn Wohnungen im Rehhorst mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 1,1 Millionen Euro. Insgesamt hat die Wankendorfer seit Anfang der 1990er Jahre 333 Wohnungen mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von ca. 16 Millionen Euro modernisiert.

    Die Wohnungsbaugesellschaft Ostholstein mbH verfügt in Eutin über rund 500 Wohnungen.

    Die monatliche Nettokaltmiete liegt im Durchschnitt bei 6,10 Euro pro Quadratmeter.

    Im Jahr 2019 wurden 30 Wohnungen übergeben. Die Investitionssumme lag bei rund 5,3 Millionen Euro.

    Derzeit wird der Bau von 25 Wohnungen mit einer Investitionssumme von rund fünf Millionen Euro geplant. Baustart wird voraussichtlich im Jahr 2021 sein.

    Dr. Ulrik Schlenz, Vorstand Wankendorfer Baugenossenschaft für Schleswig-Holstein eG, verwies auf die hohen Investitionen, die Wohnungsunternehmen in den Erhalt und die Modernisierung der Wohnungsbestände investieren. Das werde, auch angesichts der höhen Klimaschutzanforderungen, künftig Schwerpunkt der Investitionstätigkeit der Genossenschaften in Eutin sein.

    Fabian Weist, Geschäftsführer Wohnungsbaugesellschaft Ostholstein mbH, beklagte die in den vergangenen Jahren enorm gestiegen Baukosten, die es schwieriger machen, bezahlbaren Wohnraum zu errichten. Dabei fehle es nicht an der klassischen Sozialwohnungen, sondern an Wohnungen für Haushalte mit mittleren Einkommen, deren Miete zwischen acht und neun Euro pro Quadratmeter liege. Weist warnte davor, den Fokus allein auf die kleine Gruppe der Mieterinnen und Mieter zu richten, die nicht so einfach vermittelbar seien. Diese Probleme habe es immer schon gegeben und müssten gelöst werden. Aber sie spiegelten nicht die Lage auf dem gesamten Wohnungsmarkt wider.

    Sowohl Weist als auch Dr. Schlenz verwiesen darauf, dass VNW-Unternehmen verantwortungsvolle Bestandshalter seien, die Wohnungen über viele Jahrzehnte behalten und ihren Bestand investieren.

    Foto: VNW