VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    An Normalverdiener denken

    VNW-Direktor Andreas Breitner trifft sich mit Schwerins Oberbürgermeister Rico Badenschier: Einkommensgrenzen für geförderte Wohnungen erhöhen.

    66/2019

    Schwerin. VNW-Direktor Andreas Breitner hat die Erhöhung der Einkommensgrenzen gefordert, die zum Bezug einer öffentlich geförderten Wohnung berechtigen. „Derzeit liegt in Mecklenburg-Vorpommern die Einkommensgrenze bei einem Nettoeinkommen von jährlich 12.000 Euro für einen Ein-Personen- und bei 18.000 Euro für einen Zwei-Personenhaushalt“, sagte Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), am Mittwoch in Schwerin. „Eine deutliche Erhöhung der Einkommensgrenzen würden dazu führen, dass mehr Menschen einen Anspruch auf eine bezahlbare Wohnung erhalten.“

    „Vor allem auf angespannten Wohnungsmärkten wie in Greifswald, Rostock oder auch in Teilen Schwerins wird es für Normalverdiener wie Angestellte oder Polizisten immer schwieriger, bezahlbaren Wohnraum zu finden“, sagte Breitner. „Bei höheren Einkommensgrenzen könnten Wohnungsunternehmen vermehrt Wohnungen anbieten, die im Rahmen des zweiten Förderwegs errichtet wurden. Die Einstiegsmiete beim 2. Förderweg liegt bei 6,80 Euro pro Quadratmeter, in Rostock und Greifswald bei 7,40 Euro pro Quadratmeter. Experten zufolge sollten die Wohnkosten – 1. und 2. Miete - nicht mehr als 30 Prozent des monatlichen Nettohaushaltseinkommens überschreiten.

    Zudem muss das Land die Kopplung des zweiten Förderwegs an den ersten aufheben. Bislang können Wohnungen im zweiten Förderweg nur dann errichtet werden, wenn die gleiche Zahl an Wohnungen im ersten Förderweg gebaut wird. In In vielen Städten gibt es aber ganze Quartiere, in denen Mieten unter sechs Euro angeboten werden. Dort besteht ein Bedarf an Wohnraum, den sich Normalverdiener leisten könnten, für die Spitzenmieten unbezahlbar sind. Dort, wo die Ärmsten der Armen glücklicherweise gut versorgt werden können, brauchen wir für eine homogene und sozial ausgewogenen Struktur mehr Wohnungen im 2. Förderweg. Nur so gelingt eine Entmischung in schwierigen Quartieren.“

    VNW-Direktor Andreas Breitner hatte sich am Mittwochvormittag in der mecklenburg-vorpommerschen Landeshauptstadt mit Oberbürgermeister Dr. Rico Badenschier zu einem wohnungspolitischen Austausch getroffen. Dabei waren sich die Gesprächspartner darin einig, dass es in der Landeshauptstadt zwar wohnungspolitische Herausforderungen gibt, man aber von einer angespannten Lage auf dem Wohnungsmarkt nicht sprechen könne.

    So würden von den insgesamt rund 50.000 Wohnungen rund 22.000 von der kommunalen Wohnungsgesellschaft Schwerin mbH (WGS), der Schweriner Wohnungsbaugenossenschaft eG (SWG) und der Wohnungsgenossenschaft Schwerin-Lankow eG zur Miete angeboten. Im Durchschnitt liegt Nettokaltmiete bei diesen Unternehmen bei 5 Euro.

    VNW-Direktor Andreas Breitner forderte des Land auf, auch im Sinne der Zentren in Mecklenburg-Vorpommern den Flüchtlingen einen Wohnsitz zuzuweisen. "Damit wäre gesichert, dass diese sich nicht nur in Rostock, Greifswald und Schwerin ansiedeln, sondern auch nach Torgelow, Bützow und Hagenow kommen. Andere Bundesländer wie Bayern und Baden-Württemberg haben das erkannt und handeln bereits im Interesse ihrer Kommunen.“

    Der VNW vertritt in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg insgesamt 359 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 732.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 5,74 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

    V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg@vnw.de

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