VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    Altschulden werden getilgt

    Mecklenburg-Vorpommern stellt von 2020 an jährlich 35 Millionen Euro für die Ablösung von DDR-Altschulden zur Verfügung.

    18/2019

    Das Land Mecklenburg-Vorpommern wird in den Jahren 2020 und 2021 jeweils 35 Millionen Euro für die Tilgung von Altschulden kommunaler Wohnungsunternehmen zur Verfügung stellen. Das Geld stamme aus Zahlungen des Bundes an die Länder, teilte das Innenministerium am Mittwoch bei einem Gespräch mit dem VNW-Landesvorstand mit. Das Ministerium bezifferte die Höhe der Altschulden kommunaler Wohnungsunternehmen mit 287 Millionen Euro und geht davon aus, dass es zwischen sieben und zehn Jahre dauern werde, um alle Altschulden abzubauen. Voraussetzung sei jedoch, dass der Bund seine Zahlungen über diesen Zeitraum fortführe.

    Dazu erklärt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW):

    „Es ist eine gute Nachricht, dass fast 30 Jahre nach der Deutschen Einheit endlich ein Plan vorliegt, die aberwitzigen Altschulden aus DDR-Zeiten aus der Welt zu schaffen. Das ist richtig und gut, weil auch Wohnungsunternehmen den Euro nur einmal ausgeben können und diesen lieber in Neubau oder Sanierung stecken wollen statt damit Altschulden zu tilgen, für die sie nichts können und von denen sie nichts haben.

    Das Problem ist weiter groß. Auf jeden Bürger in Mecklenburg-Vorpommern entfallen auch fast 30 Jahre nach der Deutschen Einheit noch rund 300 Euro pro Kopf. Entscheidend wird für die Entschuldung nun sein, dass auch über die Jahre 2020 und 2021 hinaus ausreichend Finanzmittel zur Verfügung gestellt werden, um die diese wirklich zu vollenden. 

    Ich erwarte eine Verstetigung der Mittel, damit die Unternehmen sich darauf verlassen können. Und wir brauchen gute und faire Kriterien, nach denen die Entschuldung umgesetzt wird.

    Bedauerlich ist, dass die Wohnungsbaugenossenschaften bei der Zusage des Schweriner Innenministeriums nicht berücksichtigt werden. Sie bleiben zunächst auf ihren Altschulden in Höhe von rund 170 Millionen Euro sitzen. Für die Genossenschaften muss möglichst rasch eine Lösung gefunden werden, da den Unternehmen durch die Tilgung der Altschulden wertvolle Finanzmittel entzogen werden. Dieses Geld könnte für die Errichtung bezahlbaren Wohnraums genutzt werden.“

    Der VNW vertritt in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg insgesamt 341 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 732.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 5,74 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

    V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg@vnw.de