VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

    Meldungen

    Ärgerlich und falsch

    VNW-Direktor Andreas Breitner weist den Vorwurf zurück, Hamburgs Wohnungswirtschaft würde sich drücken, langfristig preiswerten Wohnraum zu bauen.

    23/2020

    Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), hat den Vorwurf zurückgewiesen, die Hamburger Wohnungswirtschaft würde sich drücken, langfristig preiswerten Wohnraum zu bauen. 

    „Das ist Unfug, der durch konkrete Zahlen widerlegt wird“, erklärte Breitner am Montag in Hamburg. „Die im VNW organisierten Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften haben seit dem Jahr 2016 in Hamburg mehr als 7000 bezahlbare Wohnungen errichtet. Derzeit liegt bei ihnen die monatliche Nettokaltmiete im Durchschnitt bei 6,77 Euro pro Quadratmeter. Die VNW-Unternehmen vermieten rund 290.000 Wohnungen in Hamburg. Das sind rund 40 Prozent aller Mietwohnungen in der Hansestadt.“

    Die Stadtsoziologin Prof. Ingrid Breckner hatte in einem Interview des Hamburger Abendblatts eine zunehmende Abwanderung von Haushalten mit geringerem Einkommen aus den besonders nachgefragten Hamburger Stadtteilen beklagt und der Wohnungswirtschaft vorgeworfen, sie würde zu wenig preiswerten Wohnraum bauen. „Mir ist unklar über welchen Wohnungsmarkt Frau Breckner da fabuliert. Der Hamburger kann es nicht sein. Der kennt andere Zahlen“, erklärte Andreas Breitner.

    VNW-Direktor Andreas Breitner verwies darauf, „dass VNW-Unternehmen seit dem Jahr 2016 fast zwei Milliarden Euro in den Neubau bezahlbarer Wohnungen investierten. Sie haben dazu beigetragen, dass der Anstieg der Mieten im vergangenen Jahr mit etwa 1,3 Prozent deutlich unter der Preissteigerungsrate lag. Hinzu kommt eine Fluktuation von 6,45 Prozent. Das bedeutet, dass derzeit im Jahr bis zu 10.000 preiswerte Wohnungen durch VNW-Unternehmen angeboten werden.“

    „Ärgerlich wie falsch ist der Eindruck, den Frau Prof. Breckner erweckt, wonach eine Sozialwohnung mit Auslaufen der Bindungsfrist massiv teurer wird. Das wird schon durch die Gesetzgebung verhindert, die einen sprunghaften Anstieg der Miete einer Wohnung begrenzt. Die von VNW-Unternehmen angebotenen Wohnungen bleiben auch nach Auslaufen der Mietpreisbindung niedrig und damit gerade für Haushalte mit mittlerem und geringem Einkommen bezahlbar“, sagte VNW-Direktor Andreas Breitner.

    „Genauso ärgerlich wie falsch ist die Behauptung, Österreichs Hauptstadt Wien sei in Sachen Wohnungspolitik Vorbild. Erst in der vergangenen Woche legten Wissenschaftler in Berlin eine Studie vor, die auf die Defizite in Wien verweist. So müssen Wiener Mieter im Vergleich zu deutschen Mietern deutlich höhere zusätzliche Zahlungen zur Miete leisten. Hinzu kommt, dass zwar die wohnungspolitischen Ausgaben in Wien höher sind als hierzulande, sie sich aber auf die Objektförderung konzentrieren. Das wiederum benachteiligt einkommensschwache Familien. Warum die Wissenschaftlerin gerade dieses Modell favorisiert, ist mir schleierhaft.“

    Der VNW vertritt in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein insgesamt 378 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 738.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 5,92 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

    V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg@vnw.de

    Foto: A. Bock/Saga