VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    Abmilderung durch moderate Mieten

    VNW-Direktor Andreas Breitner: "Unsere Unternehmen reichen die Baukosten nicht einfach weiter. Wir bremsen die Mietpreise.“

    112/2019

    Die im VNW organisierten Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften haben in den vergangenen Jahren die massiv gestiegenen Baukosten durch moderate Mieten abgemildert. 

    „Während die Baukosten seit dem Jahr 2010 durchschnittlich um 31 Prozent stiegen, erhöhten sich die Angebotsmieten lediglich um 22 Prozent“, erklärte Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), am Montag am Rande einer Wohnungsbaufachkonferenz in Kiel. „Unsere Unternehmen reichen die Baukosten nicht einfach weiter. Wir bremsen die Mietpreise.“

    Auf der Tagung wurde ein von der Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen (ARGE) erstelltes Gutachten über die Baukosten in Schleswig-Holstein vorgestellt und diskutiert. Dazu erklärt VNW-Direktor Andreas Breitner:

    „Das am Montag in Kiel vorgestellte Gutachten belegt: die Landesregierung widmet dem Wohnen als einem der wichtigsten sozialen Probleme unserer Zeit große Aufmerksamkeit. Gutes Timing. Im Land zwischen den Meeren müssen bald mehr Baukräne stehen. Sonst wird es nichts mit einer angemessenen Wohnraumversorgung. Besonders wichtig ist dabei, dass sich die Landesregierung nicht von Populismus oder Gefühlen leiten lassen, sondern auf reale Fakten setzt. Das Gutachten liefert viele wichtige Daten, die eine Politik ermöglichen, die Probleme wirklich löst.

    Die von der schleswig-holsteinischen Landesregierung bereits beschlossene Abschaffung der Mietpreisbremse und der Kappungsgrenzenverordnung war ein erster richtiger Schritt, den Wohnungsmarkt in Schleswig-Holstein zu entlasten. Ergänzt wird das durch eine sinnvolle Anpassung der staatlichen Wohnraumförderung. So will das Land die Zuschüsse um bis zu 125 Euro pro Quadratmeter erhöhen. Das erlaubt die Errichtung bezahlbarer Wohnungen auch in besonders nachgefragten Quartieren. Hier ist Schleswig-Holstein vorbildlich.

    Die von der Bundesregierung in der vergangenen Woche beschlossene Erhöhung des Wohngeldes wird ihren Teil dazu beitragen, dass sich Haushalte mit geringen Einkommen auch künftig das Wohnen in besonders nachgefragten Regionen leisten können. Das zuständige Innenministerium sollte allerdings die Menschen besser über die Wohngeldregelungen informieren. Experten zufolge beantragt rund ein Drittel der Anspruchsberechtigten das Wohngeld nicht.

    Nachholbedarf hat Schleswig-Holstein auch bei der Grunderwerbsteuer. Mit 6,5 Prozent liegt das Bundesland im bundesweiten Vergleich hier an der Spitze. Eine geringere Grunderwerbsteuer würde vor allem in den Hotspots die Mieten entlasten, weil hier die Grundstückskosten und damit die Kaufpreise besonders hoch sind.

    Auch im Streit um die Reform der Grundsteuer sollte die Landesregierung noch einmal ihre Haltung überdenken. Das bislang von Kiel favorisierte Wertemodell, bei dem der Grundstückswert erheblichen Einfluss auf die Steuerhöhe hat, wird zu einer Verteuerung des Wohnens in Kiel und Lübeck, auf den Nordseeinseln und im Hamburger Rand führen. Das trifft vor allem Haushalte mit geringen Einkommen. 

    Wohnungsbau in Schleswig-Holstein entwickelt sich in die richtige Richtung

    Das auf der Konferenz in Kiel vorgestellte Gutachten macht deutlich, dass in Schleswig-Holstein die Entwicklung beim Wohnungsbau bereits in die richtige Richtung geht. So werden im Land im Durchschnitt im Vergleich mit anderen Bundesländern zehn Quadratmeter kleinere Wohnungen gebaut. Kleinere Wohnungen sind aber gelebter Klimaschutz, weil sie sowohl bei ihrer Errichtung als auch bei ihrem Unterhalt weniger Ressourcen verbrauchen.

    Zudem wird dem Gutachten zufolge in Schleswig-Holstein deutlich günstiger gebaut als in anderen Bundesländern. Auf diesem Weg muss das Land weitergehen. So lassen sich durch den Abbau bürokratischer Auflagen und durch eine kritische Prüfung von Energiestandards die Bau- und damit die Mietkosten weiter senken. Zudem sollte die Größe der Keller sowie der Balkone und Loggien im Sinne der Bezahlbarkeit von Wohnraum kritisch überprüft werden.

    Um die Probleme auf den Wohnungsmärkten zu lösen, führt aber an einer Tatsache kein Weg vorbei: Wir brauchen mehr Bauland! Vor allem im Umland der besonders nachgefragten Städte fehlt es an geeigneten Grundstücken. Neben der Verdichtung von Quartieren müssen die Kommunen intensiver als bisher schauen, wo ‚auf der grünen Wiese‘ und möglichst entlang vorhandener Verkehrstrassen Geschosswohnungen errichtet werden können. Das besonders beliebte Ausweisen von Einfamilienhausgebieten hilft hingegen kaum, den Bedarf an bezahlbarem Wohnraum zu befriedigen.“

    Der VNW vertritt in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein insgesamt 359 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 732.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 5,74 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

    V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg@vnw.de

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