VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    1600 Wohnungen weniger

    VNW-Direktor Andreas Breitner warnt vor der Abschaffung der Umlagefähigkeit der Grundsteuer. Das würde dem Neubau bezahlbarer Wohnungen schaden.

    205/2019

    Die norddeutsche Wohnungswirtschaft hat vor einem deutlichen Rückgang des Wohnungsbaus gewarnt, sollte die Grundsteuer künftig allein von den Vermietern getragen werden. 

    „Allein den im Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) organisierten Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften stünden dann jedes Jahr rund eine halbe Milliarde Euro weniger für den Bau und die Modernisierung von bezahlbaren Wohnungen zu Verfügung“, sagte VNW-Direktor Andreas Breitner am Wochenende. „Wir können gut 1600 Neubauwohnungen weniger errichten. Das haben Berechnungen unserer Mitgliedsunternehmen auf der Basis ihrer Investitionen im vergangenen Jahr ergeben.“

    Hintergrund sind Forderungen aus der Politik, im Zuge der am vergangenen Freitag im Bundesrat abgesegneten Grundsteuerreform die Umlagefähigkeit der Steuerzahlungen abzuschaffen. Bislang ist die Grundsteuer Bestandteil der sogenannten zweiten Miete.

    „Den Wohnungsunternehmen würden bei der Abschaffung der Umlagefähigkeit erheblich Finanzmittel entzogen“, sagte Breitner weiter. „Auszubaden hätten das die Mieterinnen und Mieter, die länger als bisher auf eine Modernisierung ihrer Wohnung warten müssten, und jene, die eine bezahlbare Wohnung suchten. Weniger Wohnungsbau bedeutet, dass die Lage auf angespannten Wohnungsmärkten kritisch bleiben wird.“

    Breitner zufolge haben die VNW-Unternehmen im vergangenen Jahr rund 1,3 Milliarden Euro für den Neubau und die Modernisierung von bezahlbaren Wohnungen ausgegeben. „Insgesamt wurden in den Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg, in denen der VNW aktiv ist, rund 4000 bezahlbare Wohnungen errichtet. „Wenn die Grundsteuer nicht mehr umgelegt werden dürfte, würden die Unternehmen gut 1600 Wohnungen weniger errichten können, weil ihnen schlicht das Geld fehlte.“

    „In Mecklenburg-Vorpommern könnten die Unternehmen rund 122 Millionen Euro weniger investieren. In Schleswig-Holstein wären es rund 93 Millionen Euro und in Hamburg etwa 287 Millionen Euro“, sagte Breitner. „Vor allem dem Bau bezahlbaren Wohnraums, den alle Parteien in Sonntagsreden immer wieder fordern, würde der Wegfall der Umlagefähigkeit einen schweren Schlag versetzen.“

    „Hinzu kommt, dass den Wohnungsunternehmen Finanzmittel für die ökologische Modernisierung ihrer Wohnungsbestände entzogen werden“, sagte Breitner weiter. „Auch Wohnungsunternehmen können den Euro nur einmal ausgeben. Wenn deren Geld künftig in die Staatskasse fließen würde, fehlte es bei den Investitionen für Nachhaltigkeit und gegen den Klimawandel. Das betriebswirtschaftliche Einmaleins lässt sich durch Ideologie nicht überlisten.“

    Der VNW vertritt in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg insgesamt 359 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 732.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 5,74 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

    V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg@vnw.de

    Foto: dpa/Christian Charisius